❷❶❼ Die Stadt Veléz-Malaga liegt 40 Kilometer östlich der Provinzhauptstadt Malaga. Die typische Agglomerationsgemeinde beherbergt 90’000 Menschen und ist, wegen der Nähe zu Malaga, die am schnellsten wachsende Stadt an der ganzen Südküste Spaniens. Die touristischen Höhepunkte sind zwar in kurzer Zeit besucht, trotzdem sehr schön.
Die Ermita Virgen de los Remedios (Wallfahrtskapelle der heilenden Jungfrau) aus dem 17. Jahrhundert hat mir sehr gefallen. Die kleine Kirche, zuoberst auf dem San Cristóbal-Hügel macht von aussen einen bescheidenen Eindruck, doch innen ist sie umso prächtiger. Vor 14 Jahren begann ein Künstler, die reichen Fresken an den Wänden zu renovieren. Er arbeitet auch während unseres Besuchs. Der gross angelegte Garten ist eine Augenweide und die Sicht zur Trutzburg auf der anderen Seite und über die umliegende Küste lässt den Atem anhalten.
Nach dem Spaziergang durch die Stadt und dem Tapas beim einheimischen Wirt fahren wir hinunter an die Costa del Sol (Sonnenküste). Dort liegt das Dorf Torre de Mar, das ebenfalls zu Veléz-Malaga gehört. Hier ist vor allem im Sommer viel los. Zahlreiche Restaurants säumen den breiten Sandstrand, speziell sind ihre Feuerstellen auf den Booten, wo die Sardinen und Doraden brutzeln und mit Salat und patatas fritas angeboten werden. Etwas weiter östlich liegt Salobreña, das Dorf mit der unübersehbaren Burg auf dem Hügel. Dort endet unser kurzer Trip entlang der wohl berühmtesten Küste der Iberischen Halbinsel.
📜 In meinem ersten spanischen Reiseführer von 1981 wird der gesamte Küstenabschnitt zwischen der Strasse von Gibraltar im Westen und Almería im Osten als Costa del Sol bezeichnet. Ein ansässiger österreichischer Hotelier erfand 1928 diesen Namen, um Touristen anzulocken. Nach Einführung der spanischen Demokratie 1978 begannen die einzelnen Provinzen ihre Küsten umzubenennen. Malaga behielt die Costa del Sol. Der Küstenabschnitt der Provinz Granada nennt sich Costa Trópical (tropische Küste) und die Provinz Almería gab ihrem Küstenabschnitt den Namen der Hauptstadt, Costa de Almería. Zwischen Estepona und Marbella, wo wir uns heute an der Costa del Sol tummeln, hiess der Abschnitt einst Costa del Viento (Küste des Windes). Und ehrlich gesagt, ich denke, dieser Name wäre noch immer passend, es windet dort oft und heftig.